
ungelöste mathematische Rätsel
Folgende Probleme habe ich bereits von meinen nicht-deterministischen Fingern auf die deterministische Tastatur übertragen:
Auszug aus dem Grips-Heft, Ausgabe 3/96:
Kann man jede (positive ganze) Zahl nur durch bemurzen dazu bringen, eins zu werden?
Dabei ist bemurzen folgendermaßen definiert:
Def. 1.1: Eine gerade Zahl bemurzt man, indem man sie durch zwei teilt, eine ungerade Zahl wird mit drei
multipliziert, und dann wird eins addiert.
Beispiel 1.2: Wir bemurzen 17 und erhalten 52, dann 26, dann 13, dann 40, dann 20, dann 10, dann 5, dann 16,
dann 8, dann 4, dann 2, dann 1. Juhuu, es hat geklappt.
Eins weiter zu bemurzen ist übrigens recht langweilig, man erhält 4, dann 2 und dann wieder 1.
Bisher wurde noch keine Zahl gefunden, die durch bemurzen nicht irgendwann eins wird (sondern z.B. immer
größer, oder vielleicht irgendwann im Kreis rum). Es kann aber passieren, daß Zahlen sehr groß
werden, bevor sie sich irgendwann mal dazu bringen, eins zu werden mit der eins.
Bei negativen Zahlen gibt es allerdings noch ein paar Beispiele, die nie eins werden: -3, -8, -4, -2, -1, -2, -1, -2, ...
Oder: -5, -14, -7, -20, -10, -5, ...
Aber auch da sind, so weit ich weiß, nur drei verschiedene "Schleifen" (d.h. vier insgesamt) bekannt, aus denen eine
Zahl nicht mehr raus kommt.
Und zum Abschluß bemurzen wir noch die 42: 21, 64, 32, 16, 8, 4, 2, 1. Och, wie langweilig, das ging ja ganz schnell. Dann probieren wir wenigstens noch die 27: 82, 41, 124, 62, 31, 94, 47, 142, 71, 214, 107, 322, 161, 484, 242, 121, 364, 182, 91, 274, 137, 412, 206, 103, 310, 155, 466, 233, 700, 350, 175, 526, etc. Aber leider, leider, irgendwann: ...8, 4, 2, 1. Schade eigentlich.
Auszug aus dem Grips-Heft, Ausgabe 1/97:
Man nehme die Zahlenfolge:
Was hat diese Folge für eine Besonderheit? Nun, wir probieren, ob an durch n teilbar ist. Das geht für 2, 3, 5, 7, 11, 13, 17, ... !!! Und das geht auch so weiter; immer nur für die Primzahlen! Und ganz viele Mathematiker wären ganz glücklich, wenn sie das bewiesen kriegen würden, weil man dann viel schneller ausrechnen könnte, ob eine Zahl prim ist. (Man kann die an nämlich auch mit einer Formel direkt aus n ausrechnen; allerdings sieht diese Formel etwas häßlich aus, mit ein paar Wurzeln und so...)
Auszug aus dem Grips-Heft, Ausgabe 2/97:
Def. 1.1: Der Klinz einer Menge von lauter teilerfremden natürlichen Zahlen ist, nun ja, man versucht halt mal,
alle anderen Zahlen irgendwie als Summe von Vielfachen von Zahlen aus der Menge darzustellen. Und der Klinz ist die Zahl,
ab der's dann für jede Zahl geht.
Beispiel 1.2: Wir schnappen uns die Menge {4,7}. Daraus können wir die Zahlen machen:
| 4=4, | 7=7, | 8=2*4, | 11=4+7, | 12=3*4, | 14=2*7, | 15=2*4+7, |
| 16=4*4, | 18=4+2*7, | 19=3*4+7, | 20=5*4, | 21=3*7, | 22=2*4+2*7, | 23=4*4+7, ... |
Gehen wir nun mal ein bißchen systematischer vor. Also, eine Menge aus einer Zahl hat natürlich keinen Klinz
(Anm.: Doch, die Menge {1} !), weil man nur alle Vielfachen von dieser Zahl hinkriegt.
Bei einer Menge von zwei Zahlen, z.B. {a,b}, ist es nicht so arg schwer: Wenn man ein Weilchen rumprobiert, fällt
einem vielleicht auf, daß der Klinz immer (a-1)*(b-1) ist. Aber wie das so üblich ist in der Mathematik, paßt
der Beweis nicht mehr an den Rand, aber sooo schwer ist er nicht, und wer sich dafür interessiert, kriegt das schon
irgendwie hin. ---> Der beste Beweis wird von mir
prämiert !
Was jetzt aber wirklich interessant ist, sind Mengen mit mehr Zahlen, bzw. der Klinz davon. Da weiß man nämlich bis heute nicht, wie man den gut ausrechnen kann. Bei drei Zahlen kennt man keine allgemeine Formel, und bei vier oder mehr kennt man noch nicht mal eine gute Methode, den Klinz rauszukriegen.
Weitere Beispiele:
Bei {6, 11, 13} erhält man die Zahlen 6, 11, 12, 13, 17, 18, 19, 22, 23, 24, 25, 26, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, ...; der Klinz
ist also 28.
Oder: {11, 16, 21, 23}: 11, 16, 21, 22, 23, 27, 32, 33, 34, 37, 38, 39, 42, 43, 44, 45, 46, 48, 49, 50, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59,
60, 61, 62, 63, 64, 65, ... Na endlich! 53 muß wohl hier der Klinz sein (wenn ich (=Immi) mich nicht verrechnet
hab')! (Wenn man erst mal 11 Zahlen am Stück gefunden hat, gehen alle höheren natürlich auch...)
"Relativ" einfache Fälle sind übrigens Mengen von der Form { a, a+b, a+2*b } oder auch { a, a+b, a+3*b }. Vielleicht kann man mal versuchen, rauszukriegen, wie man da den Klinz berechnen kann...
Viel Spaß bei der Klinz-Suche wünscht
Und schließlich noch ein Aufruf:
Wenn jemand, egal ob Rittersmann oder Knapp', ob Knappersmann oder Ritt', ob Knippersmann oder Ratt', noch ein
ungelöstes mathematisches Problem kennt, das in diese Sparte paßt (also nicht gerade wissenschaftliche
Jahreszeitschriften füllt), auch z.B. aus alten Grips-
Schanke dön... :-)
| http://come.to/cheatah/ | Hajo@hadiko.de |